Stairway to heaven - New carpets for a shoestring budget

Ein altes Treppenhaus zu renovieren, kann eine Menge Budget verschlingen, wenn man es mit einem Treppenläufer versehen möchte. In Deutschland gibt es nur wenige Firmen, die sich auf Treppenläufer spezialisiert haben, bei deren Anblick ich nicht gleich weinend weglaufen möchte. Diese Läufer werden in der Regel aus Sisal, Kokosfaser oder Schurwolle hergestellt und in unterschiedlichen Breiten angeboten. So weit, so gut.

Wirklich inspirierend finde ich dieses Geschichten aber nicht, zumal wir nicht über ein Treppenhaus der Gründerzeit verfügen, in dem dies immer fantastisch aussieht. Unsere mit Naturstein belegten Treppenstufen einfach zu streichen, bringe ich nicht übers Herz, da der Stein damit seine Ausstrahlung verlieren würde. Bei Holzstufen wäre ich sicherlich weniger zimperlich, da man diese jederzeit wieder abschleifen kann.
Wir suchen auch etwas, das unsere zarten Füße ein wenig wärmt und uns nicht regelmäßig die Treppen herunter purzeln läßt. Geschliffener Terrazzo ist ein Augenschmaus, aber eben auch spiegelblank, wenn das Polieren gut gemacht ist.

Image via: Pinterest

Außergewöhnlich und unkonventionell finde ich da dieses Exemplar aus zusammengewürfelten Kelims.
Schon länger spiele ich mit dem Gedanken aus alten Teppichen eine individuelle Lösung für unsere Stufen anzufertigen, bin aber bisher an den Kosten gescheitert. Der momentane Run auf alte Teppiche, die im Patchwork wieder zusammen gefügt werden, hat den Markt an bezahlbaren Exemplaren so gut wie leer gefegt. Synthetikfasern auf unseren gut erhaltenen Naturstein zu legen, kommt für uns nicht mehr in Frage.

Mittlerweile sind wir (hey, D. und ich sind uns einig, ta da...) an einem Punkt im Leben angekommen, an dem wir uns nicht mehr mit billigen Materialien umgeben möchten (okay, außer die Sache mit der Europalette...). Damit meine ich nicht, das ich für schlechtes Design viel Geld ausgeben möchte, nur weil es aus Naturmaterialien hergestellt wurde, ganz im Gegenteil.
Meine Spürnase verfeinert sich und ich gehe immer mehr ungewöhnliche Wege, um an die Dinge zu gelangen, die mein Herz berühren. Gegen Plastikstühle von Eames habe ich nichts, aber die werden auch nie aus der Mode kommen und werden mit den Jahren nicht schlechter, sondern besser...

Image via: myself

Vor ca. 2 Wochen las und sah ich dann bei Biancas Wohnlust , das es bei KIK diese Flickenteppiche zu kaufen gibt. Diese Filialen stehen, ohne das ich überheblich wirken möchte, auf meiner Liste möglicher Einkaufsquellen eher ganz unten.

Image via: myself

Da durchforste ich lieber stundenlang Flohmärkte oder stöbere in Sozialkaufhäusern herum, um das ein oder andere Schnäppchen zu machen oder Dinge zu erstehen, die in einem neuen Kontext eben nicht Old fashion, sondern dann High fashion sind!

Aber ich dachte mir, wenn wir gerade eh in der Stadt sind, ist es zumindest einen Versuch wert.

Ich gebe zu, das erste "Probeliegen" entspricht noch nicht genau meinen Vorstellungen, aber die grobe Richtung stimmt.
Die Flickenteppiche werden aus überschüssigen Textilresten hergestellt und sind dadurch Unikate und bestehen zu 100% aus Bamwolle. Sie haben keinerlei chemischen Eigengeruch und lassen sich in der Waschmaschine waschen. So lange es gedauert hat, bis ich die Schätze in der hintersten Ecke entdeckt habe, so schnell landete eine große Auswahl auf meinem Arm.

Fast schäme ich mich ein bißchen, da man über Geld ja bekanntlich nicht spricht, aber fünf Teppiche haben uns insgesamt keine 20 € gekostet.
Und sollten wir dann überraschender Weise im Lotto gewonnen haben und uns doch noch die Variante aus antiken Kelims leisten können, kann jeder einzelne von ihnen noch wunderbar die Kinderzimmer, unser Schlafzimmer und das Gästezimmer bereichern.

Einer gefiel mir eh gleich so gut, daß er als Einzelstück im Badezimmer gelandet ist. Er ist schwarz und hat einzelne Streifen eines geblümten T-Shirts in Neonpink. Sehr cool zu unseren grünen Sanitärelementen, die Pantoné vor Neid erblassen lassen würden.

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Sicherlich ist unser Treppenhaus erst auf einem guten Weg, unser persönlicher Stairway to Heaven zu werden, ohne ein Vermögen zu investieren.

Nun kann aber der Herbst kommen, ohne das wir kalte Füße bekommen. Meine Tochter findet meine Kreation auch so herrlich unperfekt.

Mama, ich finde das so schöööön. Die Teppiche sind herrlich weich und außerdem sieht das so lässig aus!

Na, dann kann ja nichts mehr schief gehen, auch wenn die Biegung der Treppe mich noch vor die ein oder andere Herausforderung stellt.

Gerne teile ich heute mit Euch folgenden Link zu Anna Nahman und ihren Blog LÉssenziale Home Design, die noch näher auf die Möglichkeiten kostengünstiger Renovierungen eingeht. Schaut bei Anna vorbei, es lohnt sich...

Also, keine Schwellenangst, vor Läden, die normalerweise nicht zu Euren Favoriten gehören. Gutes Design, zu erschwinglichen Preise gibt es manchmal eben auch für so kleines Geld, das Ihr sonst vielleicht für ein paar neue Schnürsenkel ausgeben würdet.

Love, Ria

2 Kommentare:

{ Dana@Mid2Mod } | 7. September 2013 um 15:07 hat gesagt…

The rag rugs are beautiful. My grandmother and her friends made them when I was a girl growing up.

{ Ria Bartel } | 8. September 2013 um 08:26 hat gesagt…

I would love to have such a big frame to make some by myself. But first of all I must learn to sew!

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